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Jetzt beste Zeit für Grippeimpfung
Biberach - Die echte Grippe gehört zu den gefährlichen Infektionskrankheiten, an der in Deutschland jedes Jahr durchschnittlich 15.000 Menschen sterben. Das sind mehr als doppelt so viele Todesfälle wie im Straßenverkehr. Dr. Wolfgang Schätzle vom Kreisgesundheitsamt Biberach rät deshalb, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Der Zeitpunkt: Jetzt, nicht erst im Winter, wenn die Grippezeit beginnt.Besonders gefährdet sind ältere, chronisch kranke Menschen sowie Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen. Schließlich bedeutet eine Infektion mit den jeden Winter zirkulierenden Influenzaviren für Personen mit Grundleiden, zum Beispiel Herzkreislaufkrankheiten oder chronischen Lungenerkrankungen, und für ältere Menschen (über 60 Jahre) eine erhöhte Gefährdung.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Grippeimpfung allen über 60 Jahre, denn die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nehme mit dem Lebensalter ab. Sie rät außerdem Kindern und Erwachsenen mit chronischen Grunderkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Bluthochdruck, Lungenleiden wie Asthma, Stoffwechselerkrankungen wir erhöhter Blutzucker, Leber- und Nierenerkrankungen, Organtransplantierten, HIV-Infizierten oder Leukämiepatienten zur Impfung. „Menschen, die mit vielen Personen in Kontakt kommen und damit einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind oder selbst die Infektion auf andere übertragen können“, ergänzt Wolfgang Schätzle. Dazu gehören Lehrer, Busfahrer, Kaufhauspersonal, Tätigkeiten in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr oder Menschen, die in Pflege- oder Gemeinschaftseinrichtungen leben. Auch medizinisches Personal in Krankenhäusern und in der Altenpflege sollte geimpft sein, einerseits, um sich selbst vor einer schweren Erkrankung zu schützen. Ziel ist aber auch, eine Ansteckung der betreuten Personen zu vermeiden.
Influenza ist eine sehr ansteckende Infektionskrankheit der Atemwege. Der Erreger, das Influenza-Virus, wird in der Regel über Tröpfcheninfektion, wie zum Beispiel Niesen und Husten, von einem Menschen auf den anderen übertragen. Es schädigt die Schleimhaut der Atemwege und mindert ihre Abwehrkraft. Dadurch wird der Körper für weitere schwere Infektionen anfälliger. „Komplikationen wie Lungen- und Herzmuskelentzündung können die Folge sein“, sagt Dr. Schätzle.
Die Virusgrippe sollte nicht mit einem grippalen Infekt oder mit einer banalen Erkältung verwechselt werden. Typisch für eine Infektion mit Influenzaviren sind plötzlicher Erkrankungsbeginn mit Fieber (über 38,5 Grad Celsius), trockener Reizhusten, Muskel- und/oder Kopfschmerzen und ausgeprägtem Krankheitsgefühl.
Die Grippe-Impfung ist ein Totimpfstoff, das heißt, der Impfstoff besteht aus Influenza-Viren, welche die Krankheit nicht mehr auslösen können. Nach der Impfung bildet der Körper Abwehrstoffe gegen das Virus. Infiziert man sich später mit echten Influenza-Viren, werden sie von diesen Antikörpern abgefangen.
„Die Impfung muss jährlich wiederholt werden. Denn das Virus ändert seine Oberfläche jedes Jahr, trägt also gewissermaßen immer ein neues Kleid. So überlistet es das Gedächtnis unseres Immunsystems“, erklärt Schätzle. „Eine einmalige Injektion ist ausreichend.“ Der Impfschutz beginnt ungefähr 14 Tage nach der Impfung. Rechtzeitig vor Beginn der Erkältungssaison solle man sich impfen lassen, auf der Nordhalbkugel in den Monaten von Oktober bis November, so Schätzle. Bei Reisen auf die Südhalbkugel gelte es zu beachten, dass die Grippe im dortigen Winter, also in den Monaten Mai bis Oktober auftritt.
Die Impfung bietet etwa sechs Monate Schutz und ist im Allgemeinen sehr gut verträglich.
Online: 10.10.08 09:46 • Newsgebiet: Info • Alle Meldungen • Kommentare (0)
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